Mit offenen Herzen empfängt mich Ulrike zum vierten Modul ihrer Ausbildungsreihe und nach einer kurzen Begrüßung der anderen Teilnehmenden starten wir direkt mit einer Meditation. Ulrike führt uns an ein Gewässer, um Ruhe einkehren zu lassen, bevor wir uns mit der geistigen Welt verbinden. Schnell merke ich, dass die Stimmung an diesem Freitag anders ist als an den vorherigen Wochenenden. Sie ist ruhiger, noch zentrierter, und bestärkt mein Gefühl, dass der Kontakt zu verstorbenen Seelen die volle Aufmerksamkeit jedes Einzelnen verlangt.
Die anschließende theoretische Einführung verdeutlicht dies. "Wenn wir Kontakt mit Jenseitigen aufnehmen, dann gibt es kein Ausweichen. Keine Möglichkeit, in andere Felder zu schauen, wie dies beim sensitiven oder medialen Lesen der Fall ist", erklärt Ulrike. Aus ihrem langjährigen Erfahrungsschatz vermittelt sie uns, wie wir uns achtsam auf einen Jenseitskontakt vorbereiten und mit welcher Haltung wir diesen Gesprächen begegnen dürfen. Dabei macht sie deutlich: «Mit verstorbenen Seelen zu sprechen ist etwas ganz Besonderes und verlangt viel Feingefühl, auch im Umgang mit den Klienten.» Mein Eindruck, dass dies die Königsklasse der medialen Arbeit ist, hat sich nach der ersten Stunde bereits vollumfänglich bestätigt.
Umso schöner ist das Gefühl, bei Ulrike in diesem Lernprozess gut aufgehoben zu sein. Mit viel Ruhe nimmt sie sich Zeit, uns Schritt für Schritt einzuführen, und zeigt anhand von Beispielen aus ihrer langjährigen Klientenarbeit sowie ihrer Erfahrung als Seminarleiterin, wie Jenseitige mit uns kommunizieren. Das hilft mir sehr, ein besseres Verständnis für die Kontaktaufnahme zu entwickeln. Sollten bei einzelnen Teilnehmenden Unklarheiten bestehen, geht sie geduldig darauf ein, damit alle gut vorbereitet in das eigene Erleben starten können.
Im praktischen Teil kreieren wir zunächst unseren eigenen Begegnungsraum. Ulrike beschreibt, dass sie immer mit diesem heiligen Raum arbeitet, um achtsam und kontrolliert in Kontakt mit der geistigen Welt zu treten. Dank der einfühlsamen und klar formulierten Meditation zeigt sich vor meinem inneren Auge schon bald mein heiliger Raum. Als Nächstes üben wir direkt, eine verstorbene Seele, die wir zu Lebzeiten kannten, in diesen einzuladen. Wie entscheidend Ruhe, innere Klarheit und Fokus dabei sind, merke ich sehr schnell: Nur so ist es möglich, in den gezeigten Bildern Details wahrzunehmen und Symbole zu verstehen. Besonders wichtig sei dabei, betont Ulrike, "mit einer sauberen Beweisführung zu arbeiten und den Kontakt möglichst ausführlich zu beschreiben, damit das Gegenüber erkennen kann, welche Person gemeint ist."
Im Laufe des Wochenendes nehmen wir über verschiedene Wege Kontakt zu verstorbenen Seelen auf und ich darf sowohl selbst als auch durch die Jenseitskontakte der anderen erleben, wie heilend diese Botschaften sein können. Besonders die Begegnung mit meiner Oma schwingt noch immer nach. Noch einmal die Möglichkeit zum Austausch zu haben und Dinge aus einer anderen Perspektive zu erfahren, berührt mich tief und fühlt sich wie ein großes Geschenk an.
Gelebte Medialität im Alltag © Sonja Endres www.sonja-endres.com